Pasterze bald nicht mehr Nr. 1
Gletscherschmelze in Kärnten
(02.07.2026) Der größte Gletscher Österreichs, die Pasterze, liegt direkt unterhalb des Gipfels des Großglockners. Aber die Pasterze ist nicht mehr lange der größte Gletscher. Die anhaltenden hohen Temperaturen lassen das riesige Eisfeld weiter schmelzen. Voraussichtlich verschwindet die Verbindung zwischen dem Hauptteil und der Gletscherzunge noch heuer. Damit schrumpft die durchgängige Eisfläche der Pasterze. Der Tiroler Gepatschferner wird dann als größter Gletscher Österreichs aufrücken.
Im Jahr 2000 war die Verbindungsbrücke noch über 800 Meter breit. Mittlerweile ist sie nur mehr relativ schmal. Dabei ist genau diese Stelle besonders wichtig für das Überleben des Gletschers. Im Sommer schmilzt ein großer Teil der Gletscherzunge. Im Winter rutschen normalerweise neue Eismassen vom oberen Teil herab. Sie lagern sich dann auf der Gletscherzunge ab und bauen sie wieder auf. Heuer fürchten Expertinnen und Experten, dass das nicht mehr der Fall ist.
Wenn es diese Verbindung nicht mehr gibt, wird der abgetrennte Teil des Gletschers zum „Toteiskörper“. Der sogenannte Hufeisenbruch kann sich vermutlich nicht mehr regenerieren und schmilzt unter der Sonne davon. Die Vizepräsidentin des Alpenvereins Nicole Slupetzky beteuert, es sei „schmerzlich, den Rückzug der Pasterze in dieser Geschwindigkeit mitansehen zu müssen".
Gletscher speichern einen großen Teil des weltweiten Süßwasser und geben es im Sommer durch das Schmelzen wieder frei. Außerdem regulieren sie das Klima, weil Sonnenstrahlung auf ihrer weißen Oberfläche reflektiert wird. Die fortschreitende Erderwärmung macht das aber zunehmend unmöglich.
(APA/LP)