Klimaticket und Vignette

Wie teuer wird's 2027?

(22.10.2026) Die nächste Teuerung für Autofahrer und Öffi-Nutzer steht fest: Ab 2027 kosten sowohl die österreichische Autobahnvignette als auch das Klimaticket mehr. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hat am Donnerstag angekündigt, die Preise um zwei Prozent anzuheben. Die Regierung spricht von einer Gebührenbremse, weil ursprünglich eine Erhöhung um 3,6 Prozent möglich gewesen wäre. Für die Bevölkerung bedeutet das trotzdem zusätzliche Ausgaben. Wir zeigen, was Klimaticket und Vignette künftig kosten und worauf man beim Kauf achten sollte.

Regierung kündigt neue Preise für 2027 an

Autofahrer, Pendler und Menschen, die regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, müssen sich auf höhere Kosten einstellen. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, kündigte Verkehrsminister Peter Hanke eine Preisanpassung bei zwei wichtigen Mobilitätsangeboten an.

Sowohl das österreichweit gültige Klimaticket als auch die Autobahnvignette für Pkw sollen 2027 um zwei Prozent teurer werden. Damit fällt der Aufschlag niedriger aus als die Inflation von 3,6 Prozent, die ursprünglich als Grundlage für die Anpassung vorgesehen war.

Die Bundesregierung begründet diesen Schritt mit ihrer sogenannten Bundesgebührenbremse. Sie soll dazu beitragen, den Preisdruck zu verringern und die Inflation langfristig unter zwei Prozent zu drücken. Eine vollständige Aussetzung der Preiserhöhungen ist allerdings nicht vorgesehen.

Klimaticket: Aus 1.400 Euro werden 1.428 Euro

Das österreichweite KlimaTicket Ö Classic kostet 2026 bereits 1.400 Euro pro Jahr. Bei einer Erhöhung um zwei Prozent ergibt sich für 2027 ein Preis von rechnerisch 1.428 Euro. Das sind 28 Euro mehr als bisher.

Auch bei den ermäßigten Tickets für Jugendliche, Senioren und bestimmte Menschen mit Behinderung ist ein Aufschlag zu erwarten. Das österreichweite Klimaticket für diese Gruppen kostet aktuell 1.050 Euro. Mit einem Zuschlag von zwei Prozent wären es 1.071 Euro, also 21 Euro zusätzlich.

Die Beträge sind auf Basis der angekündigten Erhöhung berechnet. Die endgültigen Tarife und möglichen Rundungen müssen noch offiziell veröffentlicht werden.

Klimaticket wurde bereits mehrfach teurer

Für viele Öffi-Nutzer ist die angekündigte Erhöhung besonders ärgerlich, weil das Klimaticket schon in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden ist.

Bei seiner Einführung im Oktober 2021 kostete das österreichweit gültige Ticket 1.095 Euro pro Jahr. Anfang 2025 stieg der Preis auf 1.179,30 Euro, im August 2025 auf 1.300 Euro und Anfang 2026 schließlich auf 1.400 Euro.

Mit dem rechnerischen Preis von 1.428 Euro für 2027 wäre das Klimaticket seit seiner Einführung um 333 Euro beziehungsweise rund 30 Prozent teurer geworden.

Die vorangegangenen Preissteigerungen hatten bereits Auswirkungen auf die Verkaufszahlen. Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung ging die Zahl der aktiven österreichweiten Klimatickets zwischen Ende 2024 und November 2025 leicht zurück. Die Regierung begründete die Verteuerungen unter anderem mit dem hohen Budgetdruck.

Autobahnvignette: So viel kostet sie 2027

Auch Autofahrer müssen 2027 tiefer in die Tasche greifen. Die Jahresvignette für Pkw kostet derzeit 106,80 Euro. Eine Erhöhung um zwei Prozent ergibt rechnerisch 108,94 Euro.

Da die Vignettenpreise üblicherweise auf Zehn-Cent-Beträge festgelegt werden, ist der endgültige offizielle Preis noch abzuwarten. Klar ist bereits, dass die Jahresvignette künftig ungefähr 109 Euro kosten wird.

Für Motorradfahrer steigt der Preis ebenfalls. Die aktuelle Jahresvignette kostet 42,70 Euro, was bei einer Erhöhung um zwei Prozent rechnerisch 43,55 Euro entspricht.

Auch bei Kurzzeitvignetten können sich die Preise entsprechend ändern. Die endgültige Tarifliste der ASFINAG bleibt für die genauen Beträge maßgeblich.

Ab 2027 gibt es keine Klebevignette mehr

Neben den höheren Preisen bringt 2027 eine weitere wichtige Änderung. Die klassische Klebevignette auf der Windschutzscheibe wird abgeschafft. Ab dem Vignettenjahr 2027 soll es in Österreich ausschließlich die digitale Autobahnvignette geben.

Die Vignette ist dann mit dem Kennzeichen des Fahrzeugs verknüpft. Eine Plakette an der Windschutzscheibe ist nicht mehr notwendig.

Die letzte klassische Klebevignette ist jene für 2026. Sie ist noch bis einschließlich 31. Jänner 2027 gültig.

Wer sich mit digitalen Angeboten nicht auskennt, muss sich trotzdem keine Sorgen machen: Die digitale Vignette soll weiterhin auch bei Verkaufsstellen wie Tankstellen, Trafiken und Automobilclubs erhältlich sein.

Achtung: Beim Onlinekauf gilt weiterhin die 18-Tage-Frist

Wer die digitale Jahresvignette privat direkt im Internet kauft, sollte den Zeitpunkt beachten. Bei einem gewöhnlichen Onlinekauf über den ASFINAG-Mautshop gilt aus Gründen des Konsumentenschutzes grundsätzlich eine 18-Tage-Regel.

Das bedeutet, dass eine privat online gekaufte digitale Jahresvignette nicht sofort gültig ist. Wer sie hingegen an einer offiziellen Verkaufsstelle kauft, kann die Gültigkeit unter bestimmten Voraussetzungen sofort beginnen lassen.

Für digitale Ein-Tages- und Zehn-Tages-Vignetten gilt diese Wartefrist nicht. Sie können auch bei einem privaten Onlinekauf sofort gültig sein.

Regierung spricht von Entlastung – Preise steigen trotzdem

Mit der Begrenzung auf zwei Prozent will die Bundesregierung verhindern, dass die Preise im eigenen Einflussbereich noch stärker anziehen. Für Verkehrsminister Hanke ist die Maßnahme ein Beitrag zur Inflationsbekämpfung.

Bei einem regulären Klimaticket macht die geringere Erhöhung gegenüber einem Aufschlag von 3,6 Prozent rechnerisch rund 22,40 Euro pro Jahr aus. Das erklärt die von der Regierung angeführte Ersparnis von rund 22 Euro.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen Preisnachlass gegenüber 2026. Das Klimaticket wird trotzdem 28 Euro teurer, die Pkw-Jahresvignette um gut zwei Euro.

Wann gelten die neuen Preise?

Die neue Preisregelung ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Beim Klimaticket kommt es auf den jeweiligen Gültigkeitsbeginn beziehungsweise die Tarifbestimmungen an. Für bereits laufende Tickets ist nicht automatisch eine Nachzahlung fällig.

Die Jahresvignette 2027 wird nach dem üblichen System bereits ab 1. Dezember 2026 gültig sein und bis 31. Jänner 2028 gelten.

Fest steht: 2027 wird Mobilität in Österreich erneut teurer – sowohl auf der Autobahn als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die angekündigte Gebührenbremse sorgt lediglich dafür, dass der Preisanstieg geringer ausfällt als ursprünglich vorgesehen.

(fd/krone)

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