Mädchen (11) in Lebensgefahr

Wien: Kohlenmonoxid-Vergiftung

(01.07.2026) Großer Rettungseinsatz am Dienstagabend in Wien-Hernals: Eine elfjährige Schülerin ist nach einer Kohlenmonoxid-Vergiftung (CO) bewusstlos geworden und musste mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Auslöser war nach Angaben der Feuerwehr eine Gastherme, aus der das lebensgefährliche Gas in die Wohnung gelangte. Eine mobile Klimaanlage hatte dabei offenbar Unterdruck erzeugt und das Kohlenmonoxid aus der Therme in die Wohnräume gezogen.

Mädchen bewusstlos aufgefunden

Die Einsatzkräfte wurden gegen 21.00 Uhr alarmiert. Als die Feuerwehr eintraf, war das elfjährige Mädchen bereits bewusstlos. Die Berufsrettung übernahm die notfallmedizinische Versorgung, anschließend wurde das Kind mit dem Wiener Rettungshubschrauber ins Spital gebracht.

Zwei weitere Familienmitglieder wurden ebenfalls untersucht und medizinisch versorgt, mussten jedoch nicht ins Krankenhaus. Die Feuerwehr kontrollierte anschließend das gesamte Wohnhaus. In den übrigen Wohnungen wurden keine erhöhten CO-Werte festgestellt.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte

Nach ersten Erkenntnissen entstand die gefährliche Situation durch das Zusammenspiel einer Gastherme mit einer mobilen Klimaanlage. Solche Geräte leiten warme Luft über einen Abluftschlauch nach draußen und erzeugen dabei Unterdruck in der Wohnung. Dadurch können Abgase aus einer Gastherme oder einem Kamin zurück in die Wohnräume gesaugt werden, anstatt über den Rauchfang ins Freie zu entweichen.

Gerade während Hitzewellen, wenn viele Menschen mobile Klimaanlagen nutzen, warnen Feuerwehren regelmäßig vor diesem Risiko.

Kohlenmonoxid ist besonders tückisch

Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos. Betroffene bemerken das giftige Gas oft erst, wenn bereits Symptome auftreten.

Zu den ersten Anzeichen gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Verwirrtheit

Steigt die Konzentration weiter an, kann es innerhalb kurzer Zeit zu Bewusstlosigkeit und lebensbedrohlichem Sauerstoffmangel kommen. Im schlimmsten Fall endet eine CO-Vergiftung tödlich.

So kannst du dich schützen

Die Feuerwehr betont, dass Gasthermen grundsätzlich sicher sind – vorausgesetzt, sie werden regelmäßig gewartet.

Besonders wichtig sind folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Gasthermen und Rauchfänge regelmäßig von Fachbetrieben warten lassen.
  • Mobile Klimaanlagen oder Abluft-Dunstabzugshauben nicht unbedacht gemeinsam mit einer Gastherme betreiben.
  • Während die Therme läuft, Türen und Fenster zum Raum mit der Therme geöffnet halten, damit ausreichend Frischluft nachströmen kann.
  • Bei Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit in einer Wohnung mit Gastherme sofort Fenster öffnen, die Wohnung verlassen und den Notruf wählen.
  • Ein CO-Warnmelder kann lebensrettend sein. Er schlägt Alarm, lange bevor Menschen gefährliche Mengen Kohlenmonoxid bemerken.

Feuerwehr appelliert an Gasthermen-Besitzer

Nach dem Einsatz erinnert die Wiener Berufsfeuerwehr daran, dass moderne Gasthermen bei ordnungsgemäßer Wartung sicher betrieben werden können. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Geräte schlecht gewartet sind oder zusätzliche Abluftgeräte wie mobile Klimaanlagen oder Abluft-Dunstabzugshauben den Luftdruck in der Wohnung verändern. Gerade in den Sommermonaten sollten Besitzer einer Gastherme deshalb besonders auf ausreichende Frischluftzufuhr achten.

(fd/apa)

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