Trump macht Milliarden
Keine Interessenskonflikte?
(01.07.2026) US-Präsident Donald Trump hat im Jahr 2025 Einnahmen von rund 2,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Das geht aus seiner neuen Finanzoffenlegung für das US-Büro für Regierungsethik hervor. Der Bericht umfasst 927 Seiten und zeigt einen enormen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig: Erstmals stammt der größte Teil von Trumps Einnahmen aus der Kryptowelt – und nicht mehr aus seinem Immobiliengeschäft.
Krypto bringt Trump 1,4 Milliarden Dollar
Den größten Gewinn erzielte Trump laut der Offenlegung mit Kryptowährungen. Rund 1,4 Milliarden Dollar sollen aus Kryptogeschäften stammen. Allein seine Beteiligung an World Liberty Financial, einem Unternehmen, das von seinen Söhnen Eric Trump und Donald Trump Jr. mitbegründet wurde, brachte ihm laut den Unterlagen rund 500 Millionen Dollar ein.
Weitere 635 Millionen Dollar nahm Trump über sogenannte "Celebration Coins" ein. Dahinter steckt unter anderem der Handel mit Meme-Coins – digitalen Währungen, die häufig auf bekannte Persönlichkeiten oder Internetphänomene setzen. Kurz vor seinem Amtsantritt hatte Trump selbst den Meme-Coin "$TRUMP" auf den Markt gebracht.
Vom Bitcoin-Kritiker zum Krypto-Unternehmer
Der Boom ist bemerkenswert, weil Trump Kryptowährungen noch vor wenigen Jahren scharf kritisiert hatte. Bitcoin bezeichnete er damals als "Betrug" und "Katastrophe". Inzwischen setzt seine Familie massiv auf den Kryptomarkt. Parallel dazu hat seine Regierung die Branche politisch gestärkt und mehrere Regulierungen gelockert.
Genau das sorgt nun für Kritik. Beobachter sehen mögliche Interessenkonflikte, weil Trump als Präsident gleichzeitig politischen Einfluss auf eine Branche ausübt, an der er privat Milliarden verdient. Zusätzliche Diskussionen löste auch die Begnadigung des Binance-Gründers Changpeng Zhao aus, der wegen Verstößen gegen Geldwäschegesetze verurteilt worden war und geschäftliche Verbindungen zu World Liberty Financial hatte.
Das Weiße Haus weist sämtliche Vorwürfe zurück. Eine Sprecherin erklärte, weder Trump noch seine Familie hätten jemals Interessenkonflikte gehabt.
Auch Immobilien und Golf bleiben Millionengeschäfte
Obwohl Krypto inzwischen Trumps größte Einnahmequelle ist, fließt weiterhin viel Geld aus seinem klassischen Unternehmensimperium. Sein Luxusclub Mar-a-Lago brachte im vergangenen Jahr rund 77 Millionen Dollar ein. Sein Golfclub in Florida erwirtschaftete weitere 122 Millionen Dollar.
Hinzu kommen Millionen aus der Lizenzierung des Namens "Trump" für Immobilienprojekte im Ausland, unter anderem in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gerade diese Geschäfte stehen ebenfalls in der Kritik, weil die Staaten gleichzeitig wichtige Partner der US-Außenpolitik sind.
Millionen aus Vergleichen mit Medienkonzernen
Zusätzliche Einnahmen erzielte Trump durch juristische Vergleiche mit mehreren großen Unternehmen. Insgesamt flossen laut Finanzoffenlegung rund 80 Millionen Dollar, unter anderem aus Einigungen mit ABC, CBS und Meta.
Weitere Millionen stammen aus Lizenzgebühren für Trump-Produkte wie Uhren, Turnschuhe, Bibeln und andere Merchandising-Artikel.
Luxusgeschenke ebenfalls offengelegt
Die Finanzoffenlegung listet auch zahlreiche Geschenke an den Präsidenten auf. FIFA-Präsident Gianni Infantino schenkte Trump zehn Tickets für das Finale der Fußball-WM im Wert von rund 15.000 Dollar. Hinzu kamen zehn Eintrittskarten für den Super Bowl im Gesamtwert von 50.000 Dollar.
Historisch hohe Einnahmen
Mit Einnahmen von rund 2,2 Milliarden Dollar innerhalb eines Jahres setzt Trump laut US-Medien neue Maßstäbe. Die "New York Times" bezeichnet die Dimension als beispiellos für einen amtierenden US-Präsidenten. Während frühere Präsidenten ihre Vermögensverhältnisse auf wenigen Seiten offenlegten, umfasst Trumps Finanzbericht diesmal 927 Seiten – und dokumentiert, wie sich sein Geschäftsmodell in Richtung Kryptowährungen verschoben hat.
(fd)