OÖ: Mord im FTZ Garsten?

Häftling tot aufgefunden!

(14.09.2026) Im Forensisch-Therapeutischen Zentrum Garsten in Oberösterreich ist am Montagnachmittag ein 40 Jahre alter Insasse tot aufgefunden worden. Das Justizministerium bestätigte am Abend einen Mordverdacht. Im Visier der Ermittler steht ein 63-jähriger Mitinsasse, der den Mann nach derzeitigem Verdacht vorsätzlich getötet haben soll.

Landeskriminalamt ermittelt wegen Mordes

Nach dem Auffinden des 40-Jährigen wurden Notarzt und Polizei verständigt, auch ein Amtsarzt wurde beigezogen. Das Landeskriminalamt Oberösterreich übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts des Mordes.

Wie der 40-Jährige ums Leben kam und was sich unmittelbar davor im FTZ Garsten ereignet hat, wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang. Auch zu einem möglichen Motiv gibt es bisher keine gesicherten Informationen.

Das Justizministerium kündigte an, den Vorfall „lückenlos und unter Einbeziehung aller internen Abläufe“ aufzuklären.

Beide Männer waren im Maßnahmenvollzug

Sowohl der Tote als auch der 63-jährige Tatverdächtige waren im sogenannten Maßnahmenvollzug nach Paragraf 21 Absatz 2 StGB untergebracht. Dabei handelt es sich um Personen, die bei ihrer ursprünglichen Straftat nicht zurechnungsunfähig waren, diese aber unter dem maßgeblichen Einfluss einer schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störung begangen haben und bei denen eine entsprechende Gefährlichkeitsprognose besteht.

Das FTZ Garsten ist ausdrücklich für die Unterbringung von Männern nach Paragraf 21 Absatz 2 vorgesehen.

Zweiter mutmaßlicher Häftlingsmord binnen zwei Wochen

Besonders brisant: Es ist bereits der zweite Mordverdacht in einer österreichischen Haftanstalt innerhalb von rund zwei Wochen.

Am 1. September wurde in der Justizanstalt Klagenfurt ein 19-jähriger Häftling tot in einer Zweipersonenzelle gefunden. Die Obduktion ergab tödliche Schnittverletzungen am Hals. Sein damals 17-jähriger Zellengenosse gestand laut Staatsanwaltschaft später, den 19-Jährigen mit einem Einwegrasierer angegriffen und getötet zu haben.

Nun steht die österreichische Justiz erneut vor einem Todesfall hinter Gefängnismauern. Im Fall Garsten gilt für den 63-Jährigen bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

(fd/apa)

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