Sprache nicht genug geschützt
Europarat rügt Bundesländer
(16.09.2026) Minderheitensprachen sind in Österreich grundsätzlich zwar gut geschützt. Besonders in Wien und der Steiermark sieht der Europarat im Angebot des Bildungssystems für Minderheitensprachen aber Verbesserungsbedarf.
Österreichs Minderheitensprachen
Im Sinne der EU-Charta von 2001 wurden folgende Minderheitensprachen in Österreich definiert:
- Burgenlandkroatisch
- Slowenisch
- Ungarisch
- Tschechisch
- Slowakisch
- Romani
Der Europarat lobt vieles ...
Zuerst das Positive: 2026 wurden einige Initiativen ergriffen, um die Sichtbarkeit der Volksgruppen und ihrer Sprachen zu erhöhen. Besonders im Burgenland und Kärnten wurde die Präsenz von Minderheitensprachen im Bildungsbereich erhöht.
Bildungs- und Kulturprojekte in den Nachbarländern und ein Medienangebot in allen sechs Sprachen werden auch als Pluspunkte hervorgehoben.
... und bemängelt anderes
Allerdings gäbe es vor allem in Wien und der Steiermark Handlungsbedarf. Konkret mangle es im Bildungsbereich an ausgebildeten zweisprachigen Lehrkräften. Insbesondere der Vorschulbereich ist betroffen. Dort fehle es an geeigneten Unterrichtsmaterialen.
Die richtigen Ansätze sind da: Die Komenský-Schule in Wien, die als einzigartige zweisprachige Einrichtung von Kindergarten bis Sekundarstufe Tschechisch und Slowakisch anbietet, gilt als Vorbild. Momentan gefährden finanzielle Probleme aber ihr weiteres Bestehen im aktuellen Zustand.
Verbesserungsmöglichkeiten
Was kann zur Unterstützung der Minderheitensprachen in Österreich getan werden? Vorrangig seien die Sicherung von ausreichend qualifizierten Lehrkräften und Maßnahmen zur verstärkten amtlichen Verwendung der betroffenen Sprachen, stellt der Europarat fest.
Ebenfalls könne die Stärkung des Bewusstseins für Minderheitensprachen und Kulturen als Teil des österreichischen Erbes Verständnis und Akzeptanz fördern.
(apa/mm)