Sweeney wird Christy Martin

That’s Why the Lady Is A Champ

(01.09.2026) Sydney Sweeney zeigt sich ab 3. September von einer völlig neuen Seite. In „That’s Why the Lady Is A Champ“ spielt der „Euphoria“-Star die legendäre US-Boxerin Christy Martin, die sich in den 1990er-Jahren aus einer Kleinstadt in West Virginia bis an die Spitze des Frauenboxens kämpfte. Der Film erzählt aber nicht nur von sportlichem Erfolg, sondern auch von Gewalt, Kontrolle und einem privaten Überlebenskampf.

Christy Martin wächst als Tochter eines Kohlebergmanns in West Virginia auf. Eigentlich scheint ihr Lebensweg vorgezeichnet, bis sie ihr Talent im Boxring entdeckt und schnell auffällt.

Mit Ehrgeiz, Disziplin und großer Schlagkraft arbeitet sie sich in einer damals stark von Männern dominierten Sportwelt nach oben. In ihrer Karriere kommt Martin auf 49 Siege, wird 2009 WBC-Weltmeisterin im Superweltergewicht und 2020 in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. 1996 schrieb sie zusätzlich Geschichte, als sie als erste Boxerin das Cover der „Sports Illustrated“ zierte.

Sydney Sweeney verändert sich für die Rolle

Für Sydney Sweeney war die Rolle auch körperlich eine enorme Herausforderung. Die Schauspielerin absolvierte intensives Box- und Krafttraining und nahm für die Darstellung von Christy Martin deutlich an Muskelmasse und Gewicht zu. Der deutsche Verleih spricht von rund 14 Kilogramm zusätzlichem Gewicht während der Vorbereitung.

Im Ring soll Sweeney dabei nicht nur wie eine Schauspielerin wirken, die Boxen spielt. Die Kampfszenen stehen im Zentrum des Films und zeigen den körperlichen Preis, den Martin auf ihrem Weg an die Spitze zahlen musste.

Eine zentrale Rolle in Christys Karriere spielt Trainer Jim Martin, dargestellt von Ben Foster. Er erkennt ihr Talent, trainiert sie und wird später auch ihr Manager und Ehemann.

Doch während Christy sportlich immer erfolgreicher wird, entwickelt sich die Beziehung zunehmend zu einer Spirale aus Kontrolle, Manipulation und Gewalt. Jim soll ihr Leben immer stärker bestimmt und auch von ihren Preisgeldern profitiert haben. Genau hier verändert sich der Film vom klassischen Sportdrama zu einer deutlich düstereren Geschichte.

Der härteste Kampf findet nicht im Ring statt

Die wahre Geschichte hinter dem Film ist besonders drastisch. Christy Martin wurde über Jahre von ihrem Ehemann misshandelt. 2010 versuchte Jim Martin schließlich, sie zu töten. Martin überlebte den Angriff und kämpfte sich danach erneut zurück ins Leben.

Damit erzählt „That’s Why the Lady Is A Champ“ nicht nur von einer Frau, die sich im professionellen Boxsport durchsetzt. Im Mittelpunkt steht ebenso ihr Kampf um Selbstbestimmung und darum, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu befreien.

Auch Martins späteres Privatleben ist außergewöhnlich. Heute ist sie mit Lisa Holewyne verheiratet, die früher selbst Profiboxerin war und Martin sogar im Ring gegenüberstand.

Im Film wird Holewyne von Katy O’Brian gespielt. Die Beziehung zwischen den beiden gehört zu jenem Teil von Martins Geschichte, der zeigt, wie grundlegend sich ihr Leben nach den Jahren mit Jim Martin verändert hat.

Ben Foster als gefährlicher Gegenspieler

Neben Sweeney gehört Ben Foster zu den zentralen Figuren des Films. Sein Jim Martin beginnt als Trainer und Förderer, entwickelt sich aber zunehmend zum bedrohlichen Mittelpunkt von Christys Privatleben.

Regisseur David Michôd, bekannt unter anderem für „Animal Kingdom“ und „The King“, verbindet deshalb Boxfilm und Psychodrama. Statt nur Sieg, Niederlage und Comeback abzuhaken, stellt er die Machtverhältnisse hinter dem sportlichen Erfolg in den Vordergrund.

135 Minuten zwischen Boxring und Ehehölle

Der Film läuft 135 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und startet am 3. September 2026 im Kino. Neben Sydney Sweeney und Ben Foster sind unter anderem Merritt Wever, Katy O’Brian, Ethan Embry und Chad Coleman zu sehen. Coleman spielt den berühmten Boxpromoter Don King.

Ruby Rose rechnet mit Sydney Sweeney ab

Für Schlagzeilen sorgte auch Schauspielerin Ruby Rose, die Sydney Sweeney und den Film scharf attackierte. Rose erklärte auf Threads, sie sei bei einer früheren Version des Projekts selbst für die Rolle von Christys damaliger Freundin Cherry vorgesehen gewesen. Diese frühere Fassung des Drehbuchs bezeichnete sie als außergewöhnlich stark.

Ihre Kritik richtete sich vor allem gegen die spätere Umsetzung und die Vermarktung des Films. Rose warf Sweeney vor, Christy Martins Geschichte nicht gerecht geworden zu sein, und schrieb wörtlich: „You ruined the film. Period. Christy deserved better.“ Sinngemäß: Du hast den Film ruiniert. Punkt. Christy hätte etwas Besseres verdient.

Rose kritisierte außerdem, dass viele Menschen aus dem ursprünglichen Projekt persönlichen Bezug zu den queeren Themen der Geschichte gehabt hätten. Laut Variety war sie damals für die Rolle von Christy Martins Highschool-Freundin im Gespräch – noch bevor Sydney Sweeney und die Produktionsfirma Black Bear bei dem Projekt einstiegen.

Die Aussagen waren Teil einer größeren Debatte rund um den Film, nachdem „Christy“ in den USA an den Kinokassen enttäuscht hatte. Sweeney verteidigte das Projekt damals mit dem Argument, Kunst werde nicht immer nur für Verkaufszahlen gemacht, sondern auch wegen ihrer Wirku

Christy Martin gilt bis heute als eine der wichtigsten Wegbereiterinnen des professionellen Frauenboxens in den USA. In einer Zeit, in der Boxerinnen kaum mediale Aufmerksamkeit bekamen, füllte sie große Arenen und wurde zu einem international bekannten Sportstar.

„That’s Why the Lady Is A Champ“ erzählt deshalb nicht nur die Geschichte einer einzelnen Sportlerin. Es ist auch die Geschichte einer Frau, die sich erst in einer Männerdomäne durchsetzen musste – und später ihren vielleicht wichtigsten Kampf außerhalb des Rings führte.

(fd/apa)

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