Tödliche Kuhattacke in Tirol

Weiteres Paar betroffen

(18.05.2026) Nach der tödlichen Kuhattacke (wir haben berichtet) auf eine 67-jährige Frau in Osttirol bleiben viele Fragen offen. Die Frau war am Sonntag bei einem Spaziergang entlang eines Wanderwegs nahe Oberlienz von einer Kuhherde attackiert worden und starb noch am Unglücksort. Ihr 65-jähriger Ehemann wurde schwer verletzt. Nun wurde bekannt, dass kurz zuvor bereits ein weiteres Paar von derselben Herde angegriffen worden sein dürfte.

Ehepaar auf Wanderweg von Kuhherde attackiert

Der tragische Vorfall ereignete sich in einem Weidegebiet entlang der Isel bei Oberlienz in Osttirol. Die 67-Jährige und ihr Mann waren dort zu Fuß unterwegs, als sie plötzlich von mehreren Kühen attackiert wurden. Der Mann konnte trotz schwerer Verletzungen noch selbst einen Notruf absetzen. Für seine Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie erlag noch am Ort des Geschehens ihren schweren Verletzungen.

Die Polizei versucht nun, den genauen Ablauf der Attacke zu rekonstruieren. Allerdings gestaltet sich das schwierig, da es bislang keine direkten Zeugen gibt. Der verletzte 65-Jährige konnte bisher noch nicht umfassend befragt werden.

Weidegebiet war nicht eingezäunt

Nach Angaben der Ermittler befanden sich mehrere Dutzend Tiere auf der Almfläche. Mehrere Bauern sollen ihre Kühe dort gemeinsam aufgetrieben haben. Das Gebiet war zwar mit Warnschildern versehen, eine Einzäunung des beliebten Spazier- und Wanderwegs gab es allerdings nicht. Besonders brisant: Der Weg wird regelmäßig von Einheimischen und Touristen genutzt.

Auch Tierarzt zuvor von Kühen attackiert

Wie nun bekannt wurde, war es kurz vor dem tödlichen Vorfall offenbar bereits zu einer weiteren Attacke gekommen. Laut ORF Tirol wurden auch der Lienzer Tierarzt Bernd Hradecky und seine Frau von derselben Kuhherde angegriffen. Der Tierarzt wurde dabei leicht verletzt. „Es ist so schnell gegangen. Man war auf einmal umzingelt von Tieren, und eines hat uns dann attackiert“, schilderte Hradecky gegenüber dem ORF Tirol. „Das Glück war, dass die Kuh von uns abgelassen hat und der Herde wieder weiter gefolgt ist. Ansonsten hätte das auch für uns schwere Konsequenzen haben können.“

Hund könnte Herde aufgeschreckt haben

Der Tierarzt vermutet, dass die Tiere zuvor durch eine Spaziergängerin mit Hund aufgeschreckt worden sein könnten. In der Herde hätten sich auch Kälber befunden — Mutterkühe reagieren in solchen Situationen oft besonders aggressiv.

„Eigentlich war das Ziel der Herde der Hund, und wir sind da eigentlich unbedarft dazwischengeraten“, erklärte Hradecky laut ORF Tirol.

Das später tödlich verletzte Ehepaar hatte nach bisherigen Erkenntnissen allerdings keinen Hund bei sich.

Schwer verletzter Mann außer Lebensgefahr

Der 65-jährige Ehemann der Verstorbenen wurde zunächst auf der Intensivstation der Innsbrucker Klinik behandelt. Laut Klinik befand er sich am Montag nicht mehr in Lebensgefahr und konnte bereits auf eine Beobachtungsstation verlegt werden. Die Polizei hofft nun, durch seine Aussage weitere Hinweise auf den genauen Ablauf der Attacke zu erhalten.

Alpenverein erinnert an Verhaltensregeln

Nach dem tragischen Vorfall erinnerte der Österreichische Alpenverein erneut an wichtige Sicherheitsregeln beim Wandern durch Weidegebiete.

Zu den wichtigsten Empfehlungen zählen:

  • Abstand zu Kühen und Kälbern halten
  • Mutterkühe niemals bedrängen
  • Hunde stets kurz anleinen
  • Bei aggressivem Verhalten der Tiere die Weide rasch verlassen
  • Im Ernstfall Hunde sofort ableinen

Alpenverein-Präsident Wolfgang Schnabl betonte, dass Konflikte zwischen Mensch und Tier meist durch umsichtiges Verhalten verhindert werden könnten. Eine flächendeckende Einzäunung von Wanderwegen sei dagegen kaum realistisch.

Diskussion über Sicherheit auf Almen neu entfacht

Die tödliche Kuhattacke sorgt nun österreichweit erneut für Diskussionen über die Sicherheit auf Wanderwegen durch Alm- und Weideflächen. Immer wieder kommt es vor allem in der Nähe von Kälbern zu gefährlichen Situationen mit Mutterkühen. Experten warnen deshalb seit Jahren davor, Weidetiere zu unterschätzen — selbst auf scheinbar harmlosen Spazierwegen.

(fd/apa)

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