Waffenruhe bleibt fragil
Iran kontrolliert Hormuz
(18.05.2026) Im Ringen um ein Ende des Iran-Krieges hat Pakistan den USA einen neuen Vorschlag aus Teheran übermittelt. Das bestätigten sowohl iranische als auch pakistanische Vermittlerkreise. Die Verhandlungen laufen derzeit über Islamabad, nachdem direkte Gespräche zuletzt kaum Fortschritte gebracht hatten. Hintergrund sind die weiterhin tiefen Differenzen zwischen Washington und Teheran. Laut iranischen Medien verlangen die USA massive Einschränkungen des iranischen Atomprogramms. Demnach dürfte der Iran künftig nur noch eine einzige Atomanlage betreiben und müsste hochangereichertes Uran an die USA übergeben.
Zusätzlich fordert Washington laut Berichten langfristige Kontrollen und will offenbar nur einen kleinen Teil eingefrorener iranischer Gelder freigeben. Reparationszahlungen für Kriegsschäden stehen ebenfalls nicht im Raum.
Waffenruhe bleibt fragil
Die Lage bleibt angespannt. Israels Premier Benjamin Netanyahu erklärte, man sei auf „jedes Szenario vorbereitet“. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran erneut mit harten militärischen Konsequenzen, sollte kein akzeptabler Vorschlag vorgelegt werden. Auch aus Teheran kamen neue Drohungen gegen Washington. Ein iranischer Militärsprecher warnte die USA vor „überraschenden offensiven Szenarien“, falls neue Angriffe erfolgen sollten.
Experten sehen die Chancen auf eine rasche diplomatische Lösung derzeit dennoch als gering an. Die Positionen beider Seiten seien weiterhin kaum vereinbar.
Iran kontrolliert Hormuz
Parallel verschärft der Iran nun auch die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormuz. Teheran bestätigte offiziell die Einrichtung einer neuen Behörde zur Überwachung der Schifffahrt in der Meerenge. Künftig sollen Schiffe detaillierte Daten zu Eigentümern, Besatzung, Versicherung und Route übermitteln müssen. Zudem könnten verpflichtende Mautgebühren eingehoben werden.
Ölhandel unter Druck
Die Straße von Hormuz zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Ein großer Teil des globalen Öl- und Flüssiggasexports wird über die Meerenge transportiert.
Bereits nach Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hatte Teheran die Passage de facto eingeschränkt. Die Folgen waren weltweit steigende Energiepreise und massive Sorgen vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Nun wächst international die Befürchtung, dass der Iran die Kontrolle über die Meerenge künftig gezielt als Druckmittel in den festgefahrenen Verhandlungen mit den USA einsetzen könnte.
(fd/apa)