Tiere leiden unter Hitze!
VGT will Pferde schützen
(30.06.2026) Die anhaltende Hitzewelle sorgt in Österreich nicht nur für gesundheitliche Belastungen, sondern heizt auch die Debatte um den Tierschutz an. Während in Wien erneut über den Einsatz von Fiakerpferden bei hohen Temperaturen diskutiert wird, fordert eine Petition in Salzburg sogar das komplette Aus für Fiakerfahrten. Gleichzeitig schlagen Wildtierstationen Alarm: Immer mehr Tiere leiden unter den extremen Temperaturen.
Diskussion um Fiaker in Wien wird lauter
Mit Temperaturen von weit über 30 Grad rückt erneut die Frage in den Mittelpunkt, ob Fiakerpferde bei solcher Hitze überhaupt noch Kutschen durch die Innenstädte ziehen sollten.
Tierschutzorganisationen fordern seit Jahren strengere Regeln. In Wien müssen Fiaker ihren Betrieb derzeit einstellen, sobald offiziell 35 Grad Celsius erreicht werden. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Temperatur im Schatten gemessen wird, während Asphalt und Pflaster in der Innenstadt deutlich heißer werden können. Deshalb fordern sie ein Fahrverbot bereits ab 30 Grad sowie strengere Kontrollen und mehr Schutz für die Tiere.
Salzburg: Tausende fordern Ende der Fiaker
Auch in Salzburg wächst der Widerstand gegen die Pferdekutschen. Eine aktuelle Petition an die Salzburger Stadtregierung hat bereits mehr als 27.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden und fordert ein vollständiges Ende der Fiakerfahrten.
Die Initiatoren argumentieren, Pferde seien Fluchttiere und würden durch Verkehr, Menschenmengen und Lärm dauerhaft unter Stress stehen. Hinzu komme die körperliche Belastung durch das Ziehen schwerer Kutschen auf heißem Asphalt oder Pflaster. Außerdem könnten die Tiere während ihrer Arbeit nicht jederzeit trinken oder sich frei bewegen, obwohl Pferde von Natur aus viele Stunden täglich in Bewegung und auf Futtersuche sind.
Wildtierstationen kämpfen gegen die Folgen der Hitze
Während die Diskussion über Fiaker anhält, kämpfen Wildtierstationen bereits mit den direkten Folgen der Hitzewelle. Tierschutz Austria berichtet von einer dramatischen Lage.
Allein am vergangenen Wochenende wurden 250 Wildtiere aufgenommen. Zeitweise trafen bis zu 30 Tiere pro Stunde ein.
Besonders betroffen sind Jungvögel, Mauersegler, Eichhörnchen, Falken, Krähen, Rehkitze und Igel. Viele Tiere werden stark dehydriert oder bereits bewusstseinsgetrübt gefunden.
"Ein Tsunami aus leidenden Wildtieren"
"Es fühlt sich an wie ein Tsunami aus leidenden Wildtieren, der über uns hereinbricht", beschreibt Tierschutz-Austria-Leiter Stephan Scheidl die Situation.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit rund um die Uhr. Dennoch stoße die Organisation inzwischen an ihre absolute Kapazitätsgrenze.
"Die Tiere kommen mit offenen Schnäbeln, dehydriert, völlig entkräftet und oft schon halb bewusstlos bei uns an. Unsere Kräfte und Räumlichkeiten sind am Ende", warnt Scheidl.
Kritik an fehlenden Notfallplänen
Tierschutz Austria kritisiert, dass es für derartige Extremwetterlagen keine politischen Notfallkonzepte gebe. Der Schutz verletzter Wildtiere werde derzeit überwiegend von ehrenamtlichen Helfern und privaten Organisationen getragen. Angesichts der prognostizierten anhaltenden Hitze rechnet die Organisation damit, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschärfen wird.
So kannst du Tieren helfen
Schon kleine Maßnahmen können Wildtieren bei der Hitze das Leben retten. Tierschützer empfehlen, flache Wasserschalen für Vögel und Igel aufzustellen, das Wasser täglich zu wechseln und geschwächte Wildtiere möglichst rasch einer Wildtierstation oder dem Tierschutz zu melden.
(fd)