Trump in Iranischem Gefängnis?
Der Kronehit Faktencheck
(22.10.2026) Donald Trump sitzt in einer Gefängniszelle mitten in Teheran! Ein Mann mit dem Gesicht des US-Präsidenten rüttelt an den Gitterstäben, während Passanten stehen bleiben, Selfies machen und ihn verspotten. Bilder und Videos der ungewöhnlichen Szene verbreiten sich im Internet. Und tatsächlich: Die Gefängniszelle existiert wirklich. Doch der amerikanische Präsident wurde natürlich nicht verhaftet. Hinter der spektakulären Aktion steckt eine gezielte Propagandakampagne der iranischen Stadtverwaltung.
Donald Trump im Gefängnis? Das zeigen die Videos
Eine Gefängniszelle schwebt mehrere Meter über einer viel befahrenen Straße. Darin steht ein Mann im dunklen Anzug, mit weißem Hemd, roter Krawatte und der unverkennbaren Frisur von US-Präsident Donald Trump. Er geht auf und ab, greift nach den Gitterstäben und schaut auf die Menschen unter ihm hinunter.
Diese ungewöhnliche Szene spielt sich tatsächlich auf dem Tajrish-Platz im Norden der iranischen Hauptstadt Teheran ab. Die Installation wurde Mitte Oktober 2026 aufgebaut und spätestens am Mittwoch, 21. Oktober, von internationalen Nachrichtenagenturen fotografiert und gefilmt.
Zahlreiche Menschen bleiben vor dem erhöhten Gefängniskäfig stehen, fotografieren die Installation oder filmen den vermeintlich eingesperrten US-Präsidenten mit ihren Smartphones.
Doch was steckt wirklich dahinter?
Faktencheck: Die Gefängniszelle ist echt – Trump nicht
Die Bilder sind authentisch, aber der echte Donald Trump befindet sich nicht in der Zelle. Bei dem Mann hinter den Gitterstäben handelt es sich um einen Schauspieler, der eine realistische Trump-Maske trägt.
Der Darsteller imitiert die Bewegungen des US-Präsidenten und spielt einen Gefangenen. Die gesamte Szene ist eine politische Kunstinstallation, die bewusst den Eindruck vermitteln soll, Trump sei hinter Gittern gelandet.
Anders als bei vielen viralen Falschmeldungen wurde das Video also nicht mit künstlicher Intelligenz erstellt. Die Gefängniszelle, der Schauspieler und die Menschen auf dem Platz wurden tatsächlich gefilmt.
Falsch wäre lediglich die Behauptung, Donald Trump selbst sei im Iran festgenommen oder eingesperrt worden.
Hinter der Aktion steckt die Stadtverwaltung von Teheran
Die ungewöhnliche Installation ist keine spontane Aktion einzelner Demonstranten. Nach Angaben internationaler Nachrichtenagenturen steht die Stadtverwaltung von Teheran hinter dem Projekt.
Die Behörden wollen damit auf die iranischen Vorwürfe gegen die USA aufmerksam machen. Die Inszenierung soll symbolisch zeigen, dass der Iran den amerikanischen Präsidenten für sein Handeln im Krieg zur Verantwortung ziehen möchte.
Neben der Gefängniszelle befindet sich deshalb ein großer Bildschirm, auf dem politische Botschaften und Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten eingeblendet werden.
Die Zelle wurde hoch über dem Platz montiert und ist Teil einer größeren Werbe- und Propagandainstallation.
Passanten machen Selfies mit dem eingesperrten Trump
Besonders auffällig sind die Reaktionen der Menschen auf dem Tajrish-Platz. Viele Passanten bleiben stehen und fotografieren den Schauspieler. Einige lachen, andere rufen ihm Kommentare zu.
Ein Mann scherzte gegenüber dem Trump-Darsteller sogar, man werde seine Kaution bezahlen und ihn aus dem Gefängnis holen.
Andere Zuschauer reagierten deutlich wütender. Ein Jugendlicher rief dem Schauspieler laut Medienberichten eine Todesdrohung zu.
Die Mischung aus politischer Provokation, ungewöhnlicher Inszenierung und den Reaktionen der Passanten macht die Installation zu einem beliebten Fotomotiv.
Warum stellt der Iran Trump als Gefangenen dar?
Der Hintergrund ist der seit Ende Februar 2026 andauernde militärische Konflikt zwischen dem Iran auf der einen sowie den USA und Israel auf der anderen Seite.
Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen hat der Iran seine politische Propaganda gegen Washington deutlich verstärkt. In Teheran wurden unter anderem große Wandbilder, digitale Werbetafeln und weitere öffentliche Inszenierungen eingesetzt.
Die iranischen Behörden werfen Trump vor, für Angriffe auf zivile Einrichtungen und den Tod zahlreicher Zivilisten verantwortlich zu sein. Unter anderem verweisen sie auf Angriffe auf eine Schule und eine Hochzeitsfeier.
Dabei handelt es sich um schwerwiegende Vorwürfe der iranischen Regierung. Die Gefängnisinstallation ist kein Beweis dafür, dass Trump persönlich ein Kriegsverbrechen begangen hat oder dafür rechtskräftig verurteilt wurde.
Sie soll vor allem die politische Haltung der iranischen Führung öffentlich sichtbar machen.
Falscher Trump soll rund um die Uhr im Käfig stehen
Nach Berichten regierungsnaher iranischer Medien soll die Installation 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche betrieben werden.
Ob dafür dauerhaft derselbe Schauspieler eingesetzt wird oder sich mehrere Darsteller abwechseln, ist nicht bekannt. Auch wie lange der Käfig auf dem Tajrish-Platz bleiben soll, wurde zunächst nicht eindeutig mitgeteilt.
Fest steht, dass die Installation international für Aufmerksamkeit sorgt. Bilder der Szene wurden unter anderem von AFP, Associated Press und Anadolu verbreitet.
Auch auf sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos des vermeintlich eingesperrten US-Präsidenten.
Ist das Video vom eingesperrten Trump also ein Fake?
Nein – das Video selbst ist echt. Die Szene wurde tatsächlich in Teheran aufgenommen, und die Gefängniszelle steht wirklich auf dem Tajrish-Platz.
Allerdings zeigt sie nicht den amerikanischen Präsidenten, sondern einen Schauspieler mit einer Trump-Maske. Es handelt sich um eine bewusst inszenierte politische Protestaktion.
Wer im Internet behauptet, Donald Trump sei tatsächlich im Iran verhaftet worden, verbreitet deshalb eine Falschinformation.
Der Faktencheck zeigt: Echte Gefängniszelle, echter Schauspieler, aber kein echter Trump hinter Gittern!
(fd/social media/apa)