Vapes zur Rauchentwöhnung?
Expert:innen gespalten
(27.08.2026) Die Rauchentwöhnung ist ein langwieriger Prozess. Es gibt unzählige Methoden wie Pflaster oder Kaugummis, die dabei helfen können. Eine neue Studie deutet jetzt darauf hin, dass nikotinhaltige E-Zigaretten kurzfristig sogar besser helfen können. Expert:innen waren aber davor.
Überraschende Befunde
Eine Forscher:innengruppe aus den USA um die Gesundheitswissenschaftlerin Jamie Hartmann-Boycedes hat sich die Ergebnisse von 80 Studien zu dem Thema angeschaut. Daraus leiten sie ab, dass acht bis zehn Prozent der Proband:innen mit der Hilfe von sogenannten Vapes zumindest kurzfristig auf das Zigarettenrauchen verzichten können. Diese Erfolgsquote ist deutlich höher als bei beispielsweise Pflastern oder Nikotin-Sprays.
Die Wissenschaftler:innen betonen, dass E-Zigaretten ein Zwischenschritt zum kompletten Nikotinverzicht seien. Sie sollen dann eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos waren.
Heftige Kritik
Expert:innen waren aber vor leichtfertigem Einsatz von Vapes bei der Rauchentwöhnung. Lungenfacharzt Lukasz Antoniewicz betont im ORF-Interview, dass auch sie das schädliche Nikotin enthalten. Ihr Einsatz sei also ebenfalls gesundheitsschädlich und nicht langfristig hilfreich. Außerdem kommen sie aus einer gleichen Unternehmerbranche. „Die will ja gar nicht, dass Menschen wegkommen von ihrer Sucht“, erklärt er.
Die Abkehr vom Nikotin funktioniert laut Antoniewicz am effektivsten mit einer Kombinationstherapie. Man sollte Ersatzprodukte aus der Apotheke mit einer Verhaltenstherapie verbinden. Von einem reinen Umstieg auf Vapes rät er ab.
(LP)