Sturzflut in Nepal
Viele tote darunter Touristen
(26.08.2026) Nach einer verheerenden Sturzflut im Himalaya zwischen Nepal und Tibet steigt die Zahl der Opfer weiter. Die nepalesische Polizei meldete am Mittwoch zunächst 95 geborgene Leichen. Spätere Berichte sprechen bereits von mindestens 97 Todesopfern auf nepalesischer Seite. Gleichzeitig werden Hunderte Reisende und Einheimische vermisst.
384 Touristen nach Flutkatastrophe vermisst
Die nepalesische Tourismusbehörde führte zunächst 384 Reisende als vermisst, darunter 291 ausländische Staatsangehörige. Unter ihnen befinden sich Besucher aus mehreren Ländern, darunter Indien, Großbritannien, die USA und Malaysia. Spätere Behördenangaben nannten sogar mehr als 400 vermisste Besucher. Die Zahlen können sich aufgrund der laufenden Suche weiter verändern. Auch acht Südkoreaner, die an einem Wasserkraftwerk in der Region arbeiteten, wurden als vermisst gemeldet.
Zu möglicherweise betroffenen Österreicherinnen und Österreichern lagen nach Angaben des österreichischen Außenministeriums zunächst keine Informationen vor. Das Video zeigt unglaubliche Szenen!
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Ganze Dörfer im Norden Nepals weggespült
Besonders schwer getroffen wurde der Distrikt Rasuwa nördlich von Kathmandu nahe der Grenze zu Tibet. Der Fluss Bhote Koshi schwoll innerhalb kurzer Zeit massiv an und riss Häuser, Straßen, Brücken sowie Teile von Wasserkraftanlagen mit sich.
Besonders betroffen sind die Orte Syapru Besi und Timure. Bilder aus der Region zeigen zerstörte Gebäude, überschwemmte Straßen und gewaltige Schlamm- und Wassermassen.
Anwohner entlang des Bhote Koshi sowie weiterer Flüsse wurden aufgefordert, die Ufergebiete zu verlassen und sich auf höher gelegenes Gelände zu begeben.
Rettungskräfte kämpfen mit extremen Bedingungen
Polizei, Armee und Rettungsmannschaften sind in der Katastrophenregion im Einsatz. Die Rettungsarbeiten werden jedoch durch hohe Wasserstände, zerstörte Verkehrswege und enorme Mengen an Schlamm erschwert.
In Syapru Besi und Timure konnten Hubschrauber zeitweise nicht landen. Auch Strom- und Telekommunikationsverbindungen wurden in Teilen des Gebietes unterbrochen.
Auch Tibet von Schlammlawine getroffen
Die Katastrophe betrifft nicht nur Nepal. Auf der chinesischen Seite der Grenze wurde Tibets Region Gyirong von einer schweren Schlammlawine getroffen.
Nach chinesischen Angaben kamen dort mindestens drei Menschen ums Leben, Hunderte wurden zeitweise vermisst. Chinas Präsident Xi Jinping ordnete umfangreiche Such- und Rettungsmaßnahmen an. Hunderte Einsatzkräfte wurden in die Region geschickt.
Was hat die Sturzflut in Nepal ausgelöst?
Die genaue Ursache wurde unmittelbar nach der Katastrophe zunächst untersucht. Internationale Berichte deuten darauf hin, dass eine Lawine aus Eis und Gestein einen Fluss beziehungsweise einen Zufluss vorübergehend blockiert haben könnte. Als sich das aufgestaute Wasser plötzlich löste, entstand die massive Flutwelle.
Die Himalaya-Region gilt generell als besonders anfällig für solche Ereignisse. Steigende Temperaturen lassen Gletscher zurückgehen und können die Bildung instabiler Gletscherseen begünstigen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte eine schwere Sturzflut in derselben Region mindestens neun Menschen getötet. Damals wurde auch die wichtige „Freundschaftsbrücke“ zwischen Nepal und China zerstört. Als Ursache wurde später das Ausbrechen eines Gletschersees in Tibet identifiziert.
Zahl der Opfer könnte weiter steigen
Die Lage bleibt unübersichtlich. Zahlreiche Orte sind schwer erreichbar, gleichzeitig werden weiterhin Hunderte Menschen vermisst. Behörden rechnen deshalb damit, dass sich die Zahl der Todesopfer noch verändern könnte.
Die aktuellen Zahlen unterscheiden sich je nach Zeitpunkt und Behörde: Während die nepalesische Polizei zunächst 95 geborgene Leichen meldete, nannten spätere Berichte bereits 97 Tote in Nepal. Hinzu kommen Opfer auf chinesischer Seite.
(fd/apa)