"Walk of shame"
Kunstperformance im 1. Bezirk
(07.08.2026) Im Durchschnitt kommt es alle zwei Wochen zu einem Femizid in Österreich. Femizid bezeichnet die Ermordung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Auf diese besorgniserregende Bilanz macht Freitagvormittag ein „Walk of Shame“ auf der Kärntner Straße in der Wiener Innenstadt aufmerksam.
Mehrere Männer bewegten sich mit gebücktem Rücken und den Händen am Boden langsam entlang der Einkaufsmeile zur Wiener Staatsoper, andere trugen Plakate mit der Aufschrift „Nie wieder Femizid!“ mit sich. „Immer wenn wir nichts tun, unterstützen wir auch automatisch dieses System, von dem wir als Männer profitieren“, sagt der für die Kunstperformance verantwortliche Theatermacher Stefan Ebner.
Die Aktion wird vom Verein „StoP“ (Stadtteile ohne Partnergewalt) organisiert. Unterstützung kommt von den Vertretern aus Politik und Medien. Gegen Gewalt an Frauen braucht es vor allem „Männer, die ein Zeichen setzen“, so Vereinsvorsitzende Maria Rösslhumer.
Unterstützung von 100 Männern
Auch Ex-Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) tritt als offiziell 100. Mitglied bei einer Pressekonferenz nach dem „Walk of Shame“ auf. Er fordert zur Gewaltprävention eine „strukturelle gesetzliche Verankerung“ sowie „einen nationalen Aktionsplan, der auch mit Geld hinterlegt ist“.
Rauch prangerte neben physischer Gewalt auch abfälliges Verhalten an. Dabei nennt er im Speziellen den ehemaligen Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck und Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, die beide unter anderem nach Sexismus-Vorwürfen von ihren Posten zurücktraten.
Für den ebenfalls anwesenden Schauspieler Cornelius Obonya ist auch die Erziehung wesentlich, nämlich wie Eltern den Sohn und den Mann erziehen und auf eine Gesellschaft vorbereiten, die natürlich männlich dominiert ist.
(MG)