Wintereinbruch in Österreich
Eisheilige bringen Schnee
(12.05.2026) Pünktlich zu den Eisheiligen meldet sich der Winter in Österreich eindrucksvoll zurück. In mehreren Regionen Tirols schneite es in der Nacht auf Dienstag und am Vormittag sogar bis in tiefe Tallagen. Besonders betroffen waren das Außerfern, das Ötztal und der Arlberg. Gleichzeitig sorgt ein massiver Temperatursturz österreichweit für Frostwarnungen – vor allem Obstbauern blicken nun mit Sorge auf die kommenden Nächte. Meteorologen sprechen von einem markanten Kaltlufteinbruch mitten im Mai. Während sich viele bereits auf frühsommerliche Temperaturen eingestellt hatten, bringen Mamertus, Pankratius und Co. nun Schnee, Regen und winterliche Straßenverhältnisse zurück.
Vor allem in Tirol zeigte sich der Winter am Dienstag von seiner überraschend kräftigen Seite. Große Schneeflocken fielen unter anderem in Ehenbichl im Außerfern auf rund 864 Metern Seehöhe sowie in Längenfeld im Ötztal. Zahlreiche Berggipfel präsentierten sich am Morgen tief winterlich und weiß angezuckert. Am Arlbergpass mussten Lastwagen zeitweise sogar Schneeketten anlegen. Der ÖAMTC meldete am Dienstagvormittag Schneekettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Auch in Vorarlberg sorgten Schneefall und glatte Straßen bereits für mehrere Verkehrsunfälle.
Besonders bemerkenswert: Noch wenige Tage zuvor lagen die Temperaturen vielerorts deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Nun sinkt die Schneefallgrenze regional wieder auf unter 1000 Meter.
Eisheilige machen ihrem Namen alle Ehre
Die sogenannten Eisheiligen gelten seit Jahrhunderten als wetterkritische Phase im Mai. Die Gedenktage von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia stehen traditionell für späte Kälteeinbrüche.
Heuer trifft diese Bauernregel vielerorts tatsächlich zu. Mit der aktuellen Schlechtwetterfront kamen nicht nur dringend benötigte Niederschläge nach teils wochenlanger Trockenheit, sondern eben auch ein massiver Temperaturschock.
Gerade Landwirte hatten zuletzt unter ausbleibendem Regen gelitten. Der Niederschlag wird vielerorts zwar begrüßt, gleichzeitig steigt nun aber die Sorge vor Frostschäden.
Frostgefahr für Obstbauern in Österreich
Besonders kritisch könnte die Nacht auf Mittwoch werden. Laut GeoSphere Austria lockert die Bewölkung vielerorts auf, wodurch die Temperaturen stark absinken können. Vor allem inneralpin sowie im Waldviertel und Mühlviertel rechnen Meteorologen mit Frost. Für Obstbauern ist das eine gefährliche Kombination: Viele Obstbäume befinden sich bereits in voller Blüte oder tragen erste Früchte.
Spätfrost im Mai kann dabei massive Schäden verursachen. Besonders empfindlich reagieren:
- Apfelbäume
- Marillen
- Kirschen
- Birnen
- Weinreben
Bereits wenige Minusgrade reichen aus, um Blüten oder junge Früchte dauerhaft zu beschädigen.
Wetterlage bleibt instabil
Auch in den kommenden Tagen bleibt das Wetter in Österreich unbeständig. Laut Prognosen startet der Mittwoch zwar zunächst freundlich mit Sonnenschein, bereits ab Mittag ziehen jedoch wieder dichte Wolken aus Norden auf.
Für Donnerstag und Freitag kündigen die Meteorologen erneut verbreiteten Regen an. Vielerorts dominieren Wolken, dazu bleibt es für Mitte Mai ungewöhnlich kühl.
Temperaturen deutlich unter Mai-Niveau
Die aktuellen Höchstwerte liegen in vielen Regionen deutlich unter den für Mai üblichen Temperaturen:
- Wien: 11 bis 12 Grad
- Salzburg: rund 10 Grad
- Innsbruck: bis 13 Grad
- Bregenz: maximal 9 Grad
- Klagenfurt: etwa 10 Grad
In höheren Lagen bleibt Schneefall weiterhin möglich.
Wintereinbruch sorgt auch online für Aufsehen
In sozialen Netzwerken sorgen Videos und Bilder vom plötzlichen Winter-Comeback derzeit für große Aufmerksamkeit. Aufnahmen von schneebedeckten Maibäumen, weißen Wiesen und winterlichen Straßen mitten im Mai werden tausendfach geteilt. Besonders kurios wirkt der Wetterumschwung deshalb, weil vielerorts bereits Freibäder vorbereitet wurden und die ersten Sommerveranstaltungen stattfinden. Erst am Wochenende hatte es in Teilen Österreichs noch frühsommerliche Temperaturen gegeben. Meteorologen rechnen allerdings damit, dass sich die Wetterlage gegen Ende der Woche langsam stabilisieren könnte – bis dahin bleibt Österreich aber fest im Griff der Eisheiligen.
(fd)