9.000 Dollar pro Unze?
Goldprognose glänzt
(20.05.2026) Der Goldpreis hat in den vergangenen Jahren bereits massiv zugelegt – und laut Experten könnte der große Höhenflug noch lange nicht vorbei sein. Die beiden österreichischen Goldanalysten Ronald Stöferle und Mark Valek rechnen bis zum Jahr 2030 sogar mit einem Anstieg auf bis zu 8.900 Dollar pro Unze Gold. Trotz kleiner Rücksetzer in den vergangenen Wochen sehen die Experten den langfristigen Trend klar nach oben.
Goldpreis könnte sich verdoppeln
In ihrem aktuellen „In Gold We Trust“-Report erklären die Analysten des Vermögensverwalters Incrementum, warum sie weiterhin großes Potenzial beim Edelmetall sehen.
Ihr sogenanntes inflationäres Szenario geht davon aus, dass der Goldpreis:
- bis 2030 auf rund 8.900 Dollar steigt
- Das entspricht aktuell etwa 7.659 Euro pro Unze.
- und einem durchschnittlichen jährlichen Plus von rund 14 Prozent
Bereits 2020 hatten die Experten ihre „Goldene Dekade“ ausgerufen. Seitdem ist der Goldpreis laut Report bereits um rund 165 Prozent gestiegen.
Warum Gold aktuell wieder so gefragt ist
Die Gründe für den Gold-Boom sehen die Analysten vor allem in:
- geopolitischen Krisen
- hoher Staatsverschuldung
- Inflationsängsten
- wirtschaftlicher Unsicherheit
- sinkendem Vertrauen in klassische Staatsanleihen
Gold gilt in Krisenzeiten traditionell als sogenannter „sicherer Hafen“. Besonders in unsicheren Zeiten setzen viele Anleger auf das Edelmetall, weil es im Gegensatz zu Papiergeld nicht beliebig vermehrt werden kann.
Kurzfristig könnte Goldpreis noch schwanken
Zuletzt gab der Goldpreis allerdings etwas nach. Im März verzeichnete Gold laut Experten sogar den größten absoluten Monatsrückgang seiner Geschichte – mit einem Minus von 611 Dollar.
Goldexperte Ronald Stöferle erwartet deshalb kurzfristig:
- eine Seitwärtsbewegung
- oder leichte Preisrückgänge
Geopolitische Entwicklungen könnten den Markt zusätzlich beeinflussen. Stöferle erklärte:
„Wenn der Iran-Konflikt gelöst wird, macht es einen Schnalzer beim Goldpreis.“
Nicht nur Gold soll profitieren
Laut dem Report könnten in den kommenden Jahren auch andere Anlageklassen vom Gold-Boom profitieren:
- Silber
- Goldminen-Aktien
- Rohstoffe
- und sogar Bitcoin
Besonders Goldminen würden derzeit hohe Gewinne erzielen. Die Förderkosten liegen laut Experten durchschnittlich bei rund 1.700 Dollar pro Unze, während Gold aktuell deutlich höher gehandelt wird.
Notenbanken kaufen weiter Gold
Ein weiterer wichtiger Treiber:
Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldreserven weiter auf.
Gold gewinnt laut den Analysten zunehmend an Bedeutung als:
- sanktionsresistenter Vermögenswert
- neutraler Wertspeicher
- Absicherung gegen Inflation
- strategische Reserve
Vor allem Notenbanken außerhalb Europas und der USA hätten in den vergangenen Jahren stark Gold gekauft. Künftig könnten laut Report auch westliche Zentralbanken verstärkt nachziehen.
Klassische Sparmodelle verlieren an Bedeutung
Die Experten gehen außerdem davon aus, dass traditionelle Anlageformen zunehmend unter Druck geraten.
Besonders das klassische Portfolio mit:
- 60 Prozent Aktien
- und 40 Prozent Staatsanleihen
könnte laut Report künftig an Bedeutung verlieren. Grund dafür seien:
- hohe Schulden
- schwächere Anleiherenditen
- anhaltende Inflation
- und politische Unsicherheiten
Die Analysten empfehlen deshalb eine stärkere Streuung – unter anderem mit Gold, Silber, Rohstoffen und Bitcoin.
Experten sehen keine Gold-Blase
Trotz der starken Kursanstiege sehen die Analysten aktuell noch keine Spekulationsblase.
„Wir sind in einem Bullenmarkt, aber nicht in einer Bubble“, sagte Stöferle bei der Präsentation des Reports in Wien.
Für Anleger bleibt Gold damit weiterhin eines der spannendsten Themen an den Finanzmärkten.
(fd/apa)