Bub (15) tödlicher Stromschlag

Selfie oder Parkour Unfall?

(28.09.2026) Ein tragischer Todesfall erschüttert Lodi in Norditalien: Der erst 15 Jahre alte Jacopo Rossi Trabattoni ist nach dem Klettern auf einen Hochspannungsmast durch einen schweren Stromschlag ums Leben gekommen. Der Jugendliche befand sich offenbar in rund 20 Metern Höhe, als es zu der tödlichen elektrischen Entladung kam. Warum er auf den Mast gestiegen war, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Stromnetz meldete plötzlich eine Störung

Das Unglück ereignete sich am Freitagabend, dem 25. September, in den Feldern bei Cascina Bottedo zwischen Lodi und Lodi Vecchio in der Lombardei. Gegen 18.26 Uhr wurde beim Stromnetzbetreiber eine ungewöhnliche Störung beziehungsweise ein Spannungsabfall registriert.

Anwohner berichteten zur gleichen Zeit von zwei lauten Knallgeräuschen und anschließendem Brandgeruch. Techniker machten sich auf die Suche nach der Ursache der Störung und lokalisierten schließlich den betroffenen Hochspannungsmast.

Dort wurde der Jugendliche entdeckt. Für den 15-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Nach den bisherigen Ermittlungen war Jacopo mit seinem Fahrrad in das ländliche Gebiet außerhalb von Lodi gefahren und anschließend auf den mehr als 30 Meter hohen Strommast geklettert.

Er dürfte dabei ungefähr 20 Meter Höhe erreicht haben. Dort kam er offenbar in den Gefahrenbereich der Hochspannungsleitung und wurde von einer massiven elektrischen Entladung getroffen.

Die Bergung gestaltete sich schwierig. Die Einsatzkräfte konnten sich dem Jugendlichen erst nähern, nachdem die Hochspannungsleitung entsprechend gesichert worden war.

Mutter hatte ihren Sohn bereits als vermisst gemeldet

Während Techniker und Einsatzkräfte nach der Ursache der Netzstörung suchten, machte sich auch Jacopos Familie zunehmend Sorgen. Seine Mutter hatte Alarm geschlagen, nachdem der 15-Jährige am Abend nicht nach Hause zurückgekehrt und nicht erreichbar gewesen war.

Wenig später stand fest, dass es sich bei dem Jugendlichen auf dem Strommast um ihren Sohn handelte.

War ein Selfie der Grund für das Klettern?

Eine zentrale Frage der Ermittlungen lautet nun: Warum kletterte der 15-Jährige überhaupt auf den Hochspannungsmast?

In ersten Berichten wurde vermutet, Jacopo könnte in großer Höhe ein Selfie aufgenommen haben. Ermittler prüfen seine letzten Aktivitäten und digitale Spuren, um die Minuten vor seinem Tod möglichst genau zu rekonstruieren.

Dass der Jugendliche Fotos in großer Höhe gemacht hatte, gilt als ein wichtiger Anhaltspunkt. Daraus lässt sich allerdings noch nicht ableiten, weshalb er auf den Mast gestiegen war.

Social-Media-Challenge bislang nicht bestätigt

Kurz nach dem Unglück verbreitete sich die Vermutung, hinter der Aktion könnte eine Social-Media-Challenge gesteckt haben. Auch die Ermittler nahmen diese Möglichkeit zunächst in ihre Untersuchungen auf.

Bestätigt ist eine solche Challenge allerdings nicht.

Jacopos Mutter widersprach dieser Darstellung deutlich. Auch Freunde des Jugendlichen erklärten, dass sie nicht davon ausgehen, dass er wegen einer Internet-Challenge auf den Mast geklettert sei.

Damit bleibt die Social-Media-Theorie derzeit lediglich eine von mehreren untersuchten Möglichkeiten und sollte nicht als feststehende Ursache des Unglücks dargestellt werden.

15-Jähriger war begeisterter Parkour-Sportler

Mittlerweile ist außerdem bekannt, dass Jacopo Parkour betrieb und auch Skateboard fuhr. Beim Parkour geht es unter anderem darum, Hindernisse durch Klettern, Springen und andere Bewegungsabläufe zu überwinden.

Deshalb wird auch untersucht, ob das Klettern mit seiner Begeisterung für diese Sportart zusammenhing oder ob es sich schlicht um eine riskante spontane Aktion handelte.

Seine Familie beschreibt ihn als energiegeladenen, kreativen und lebensfrohen Jugendlichen.

Zeugin sah ihn kurz zuvor auf einer Straße liegen

Für die Ermittler gibt es noch einen weiteren ungewöhnlichen Hinweis. Eine Frau berichtete, sie habe den 15-Jährigen ungefähr eine halbe Stunde vor dem tödlichen Stromschlag regungslos quer auf einer Straße liegen sehen.

Die Autofahrerin hielt daraufhin in einiger Entfernung an. Kurz darauf soll Jacopo plötzlich aufgestanden sein und sich wieder seinem Fahrrad zugewandt haben.

Ob dieses Verhalten mit dem späteren Klettern auf den Strommast zusammenhing, ist völlig offen. Auch hier versuchen die Ermittler herauszufinden, was der Jugendliche an diesem Nachmittag vorhatte und ob er möglicherweise Kontakt mit anderen Personen hatte.

Obduktion soll weitere Klarheit bringen

Die Staatsanwaltschaft von Lodi hat eine Obduktion angeordnet. Der Leichnam wurde dafür in die Rechtsmedizin nach Pavia gebracht.

Dass Jacopo durch eine massive elektrische Entladung getroffen wurde, gilt aufgrund der bisherigen Spuren als naheliegend. Die rechtsmedizinische Untersuchung soll den genauen Ablauf und die Todesursache endgültig dokumentieren.

Offen bleibt vor allem die entscheidende Frage, warum der 15-Jährige auf den Hochspannungsmast stieg.

Fest steht derzeit nur: Jacopo Rossi Trabattoni kletterte am 25. September in der Nähe von Lodi auf einen Hochspannungsmast, erreichte eine Höhe von ungefähr 20 Metern und wurde dort tödlich von Strom getroffen. Ob ein Selfie, seine Begeisterung für Parkour, eine spontane Mutprobe oder etwas anderes hinter der Aktion steckte, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

(fd)

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