Ein Smartphone aus 1937, echt?

Der Kronehit Faktencheck

(16.09.2026) Ein Mann blickt auf einen kleinen rechteckigen Gegenstand in seiner Hand – und sieht dabei aus, als würde er auf ein Smartphone schauen. Genau diese Szene auf einem Gemälde aus dem Jahr 1937 sorgt im Netz immer wieder für wilde Spekulationen über Zeitreisen. Doch der Faktencheck zeigt: Das Bild ist echt, ein Handy ist darauf aber nicht zu sehen.

Gemälde stammt tatsächlich aus dem Jahr 1937

Das Werk heißt „Mr. Pynchon and the Settling of Springfield“ und wurde 1937 vom Künstler Umberto Romano geschaffen. Dargestellt wird allerdings keine Szene aus den 1930er-Jahren, sondern eine historische Situation aus dem 17. Jahrhundert. (Unser Titelbild ist mit KI generiert. Das Originalgemälde siehst du jetzt im Posting):

Besonders auffällig ist ein Mann im Vordergrund, der einen kleinen Gegenstand in der Hand hält und darauf hinunterblickt. Seine Haltung erinnert stark an unsere heutige Smartphone-Nutzung – genau das befeuert die virale Behauptung.

Kein Smartphone – aber was ist es dann?

Ein modernes Handy kann der Gegenstand natürlich nicht sein. Das erste iPhone kam erst 2007, tragbare Mobiltelefone wurden überhaupt erst Jahrzehnte nach Entstehung des Gemäldes entwickelt.

Was der Mann tatsächlich hält, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Als mögliche Erklärungen gelten ein kleiner Spiegel, ein Buch, ein religiöser Gegenstand oder ein anderes damals bekanntes Objekt.

Warum wir sofort ein Handy erkennen

Der Effekt lässt sich vor allem mit unserer heutigen Wahrnehmung erklären. Menschen sind gewohnt, andere mit gesenktem Blick und einem rechteckigen Gerät in der Hand zu sehen. Deshalb interpretiert unser Gehirn die Pose automatisch als Smartphone-Nutzung.

Hinzu kommt: Das Gemälde entstand rund 300 Jahre nach der dargestellten historischen Szene. Der Künstler hatte also gestalterische Freiheit und musste nicht jedes Detail dokumentarisch exakt wiedergeben.

Faktencheck: Kein Beweis für Zeitreisen

Die Antwort ist klar: Nein, das Gemälde zeigt kein Smartphone und liefert keinen Beweis für Zeitreisen. Das Werk ist zwar tatsächlich aus dem Jahr 1937, der Gegenstand in der Hand des Mannes dürfte aber etwas völlig Alltägliches aus der damaligen oder dargestellten Zeit sein.

Gerade weil die Pose so modern wirkt, bleibt das Bild trotzdem ein perfektes Beispiel dafür, wie schnell alte Kunstwerke im Internet eine völlig neue Bedeutung bekommen können.

(fd)

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