Mutter und Kinder tot!

Brutaler Raser in Haft!

(16.09.2026) Eine junge Mutter und zwei Kinder im Alter von zwei und sieben Jahren sind bei einem schweren Verkehrsunfall in Granite City im US-Bundesstaat Illinois ums Leben gekommen. Gegen einen 64-jährigen Autofahrer wurden inzwischen außergewöhnlich schwere Anklagen erhoben: Er muss sich unter anderem wegen dreifachen Mordes ersten Grades, dreifacher rücksichtsloser Tötung sowie mehrfacher schwerer Flucht vor der Polizei verantworten.

Pickup soll mehr als 160 km/h schnell gewesen sein

Der tödliche Unfall ereignete sich am Samstag, 12. September. Bereits Stunden vor dem Zusammenstoß war ein schwarzer Chevrolet-Pickup wegen auffälliger Fahrweise gemeldet worden. Laut Gerichtsunterlagen ging gegen 14.15 Uhr eine entsprechende Polizeimeldung aus der Gegend von Effingham ein.

Gegen 15.05 Uhr bemerkte ein Beamter der Illinois State Police den Pickup und versuchte, ihn mit Blaulicht und Sirene anzuhalten. Laut den veröffentlichten Anklageunterlagen soll das Fahrzeug dabei mit mehr als 100 Meilen pro Stunde – über 160 km/h – unterwegs gewesen sein. Die Verfolgung wurde zu diesem Zeitpunkt abgebrochen.

Rund eine Stunde später, gegen 16.19 Uhr, bemerkte ein Polizist in Granite City den Pickup erneut. Der Fahrer soll andere Fahrzeuge regelwidrig überholt haben. Als der Beamte erneut versuchte, ihn zu stoppen, soll der Wagen weiter mit hoher Geschwindigkeit gefahren sein.

Stoppschild missachtet – Familie getroffen

An der Kreuzung Pontoon Road und Wabash Avenue soll der Fahrer nach Darstellung der Staatsanwaltschaft ein Stoppschild ignoriert haben. Dort prallte sein Pickup mit dem Auto zusammen, in dem sich die junge Mutter und die beiden Kinder befanden.

Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben von Angehörigen und lokalen Medien um Shanna Burns-Humphreys, den siebenjährigen Sebastian Bartlett-Humphreys und die zweijährige Bailey Humphreys. Die Familie und zahlreiche Bewohner von Granite City kamen anschließend zu einer Mahnwache am Unfallort zusammen.

Fahrer nach Crash in Gewahrsam

Der mutmaßliche Fahrer wurde nach dem Unfall in Gewahrsam genommen. Zunächst befand er sich nach Angaben der örtlichen Polizei unter Bewachung in einem Krankenhaus. Später identifizierten die Ermittlungsbehörden ihn als den 64-jährigen Kevin Duane Johnson aus Wood River.

Am Montag erhob die Staatsanwaltschaft von Madison County gegen ihn drei Anklagepunkte wegen First-Degree Murder, drei wegen Reckless Homicide und vier wegen Aggravated Fleeing or Attempting to Elude a Peace Officer. Die veröffentlichten Unterlagen führen zudem an, dass sein Führerschein bereits entzogen gewesen sei und er eine längere Vorgeschichte mit Verkehrsverstößen habe.

War der Fahrer betrunken oder unter Drogeneinfluss?

Dafür gibt es nach dem derzeit öffentlich dokumentierten Stand keinen bestätigten Beleg. In den bislang veröffentlichten Anklagepunkten findet sich keine Anklage wegen Trunkenheit oder Fahrens unter Drogeneinfluss. Auch ein Ergebnis eines Alkohol- oder Drogentests wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben.

Dass das Fahrzeug schon Stunden zuvor als „erratisch“ fahrend gemeldet wurde, lässt deshalb keinen sicheren Rückschluss auf Alkohol oder Drogen zu. Die bekannten Vorwürfe konzentrieren sich derzeit auf extrem hohe Geschwindigkeit, die Flucht vor mehreren Anhalteversuchen, gefährliche Fahrmanöver und das Überfahren eines Stoppschilds.

Warum lautet die Anklage sogar auf Mord?

Neben den Vorwürfen der rücksichtslosen Tötung erhebt die Staatsanwaltschaft sogar Mordanklagen ersten Grades. Damit geht der Fall deutlich über einen gewöhnlichen Verkehrsunfall hinaus. Welche genaue juristische Argumentation die Staatsanwaltschaft für jeden einzelnen Mordvorwurf vor Gericht verwenden wird, muss sich im weiteren Verfahren zeigen. Fest steht bislang nur, dass die Ankläger das mutmaßliche Verhalten während der Flucht als so schwerwiegend ansehen, dass zusätzlich zu den Verkehrs- und Tötungsdelikten Mordanklagen erhoben wurden.

(fd)

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