EU: 100 Milliarden Euro mehr

So viel kostet der Irankrieg

(29.09.2026) Der Iran-Krieg wird für Europa immer teurer. Seit Beginn des Konflikts hat die EU mehr als 100 Milliarden Euro zusätzlich für Öl, Gas und andere fossile Energieträger ausgegeben – ohne dafür größere Mengen Energie zu bekommen. Das sagte EU-Energiekommissar Dan Jørgensen bei einem Treffen der Energieminister in Dublin.

Höhere Öl- und Gaspreise belasten Europa

Grund für die Milliardenkosten sind vor allem die stark gestiegenen Weltmarktpreise für Öl und Gas. Die angespannte Lage im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um wichtige Handelsrouten wie die Straße von Hormus treiben die Preise zusätzlich nach oben.

Jørgensen sieht darin ein grundsätzliches Problem für die EU. Solange Europa stark von importierten fossilen Brennstoffen abhängig ist, schlagen internationale Krisen unmittelbar auf Haushalte und Unternehmen durch.

EU will Abhängigkeit von Energieimporten senken

Die EU-Kommission drängt deshalb auf einen schnelleren Ausbau von Windkraft, Photovoltaik, Stromnetzen und Speichern. Mehr Energie soll künftig innerhalb Europas produziert werden, um die Abhängigkeit von teuren Öl- und Gasimporten zu verringern.

Der Energiekommissar sprach sich dafür aus, importierte und teure fossile Brennstoffe zunehmend durch heimische Energiequellen zu ersetzen.

Auch Österreich kann sich den Folgen höherer Weltmarktpreise nicht entziehen. Besonders schnell zeigen sich steigende Ölpreise bei Diesel, Benzin und Heizöl. Auch Gas, Transporte und energieintensive Produktion können teurer werden.

Damit steigt auch das Risiko, dass Energiepreise die Inflation erneut antreiben. Eine unmittelbare Versorgungskrise ist derzeit zwar nicht absehbar, länger anhaltend hohe Preise könnten Haushalte und Unternehmen aber zusätzlich belasten.

Konflikt bleibt Risiko für Energiepreise

Wie stark die Kosten noch steigen, hängt vor allem vom weiteren Verlauf des Iran-Kriegs und der Sicherheit wichtiger Energierouten ab. Schon jetzt zeigt die zusätzliche Belastung von mehr als 100 Milliarden Euro, wie empfindlich Europa auf internationale Energiekrisen reagiert.

(fd/apa)

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