Zuckersteuer auf Slush-Eis?
Der Kronehit Faktencheck
(27.08.2026) Deutschland diskutiert über eine Zuckersteuer – und dabei könnten offenbar sogar Slush-Eis und bestimmte Wassereis-Produkte betroffen sein. Beschlossen ist eine Steuer auf Eis aber noch nicht. Auch in Österreich läuft derzeit eine Debatte über eine Abgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke.
Nach einem Bericht der Bild wurde bei internen Beratungen der deutschen Bundesregierung geprüft, ob neben klassischen Softdrinks auch Slush-Eis und ähnliche Produkte unter eine geplante Zuckersteuer fallen könnten.
Klassisches Speiseeis – also etwa eine Kugel Vanille oder Schokolade – soll demnach nicht betroffen sein, weil es nicht als Getränk gilt. Schwieriger ist die Einstufung bei Produkten, die flüssig verkauft und erst später eingefroren werden.
Slush-Eis und Ice Pops im Visier
Konkret geht es um Slush-Eis und bestimmte Wassereis-Produkte zum Selbsteinfrieren. In einem internen Protokoll vom 27. Juli soll festgehalten worden sein, dass geprüft wurde, „ob und inwieweit Eis einzubeziehen ist“. Einige dieser Produkte enthalten deutlich mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Genau diese Grenze ist relevant, weil für stark gezuckerte Getränke nach bisherigen Plänen bis zu 38 Cent Steuer pro Liter vorgesehen sind.
Fix ist das aber noch nicht. In den aktuellen Eckpunkten der deutschen Regierung vom 26. August wird Eis nicht ausdrücklich genannt.
Cola Zero soll nicht besteuert werden
Für Aufregung hatte zuvor auch die Idee gesorgt, zuckerfreie Getränke wie Cola Zero oder andere Light-Produkte zu besteuern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat diesem Vorschlag inzwischen eine Absage erteilt. Die Zuckersteuer selbst bleibt aber weiter Thema.
Auch Österreich diskutiert über Zuckersteuer
Auch in Österreich wird über eine ähnliche Abgabe gesprochen. Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig von der SPÖ hat sich für eine Steuer auf besonders zuckerhaltige Getränke ausgesprochen. Im Fokus stehen dabei vor allem Cola, Eistee und Energy Drinks. Beschlossen ist eine österreichische Zuckersteuer derzeit aber nicht. ÖVP und NEOS haben dem Vorschlag bislang nicht zugestimmt.
Lebensmittelindustrie warnt vor höheren Preisen
Kritik kommt sowohl in Deutschland als auch in Österreich von der Lebensmittelindustrie. Sie warnt davor, dass eine zusätzliche Steuer Getränke und Lebensmittel verteuern und Produzenten zusätzlich belasten könnte. Befürworter argumentieren dagegen mit gesundheitspolitischen Effekten und verweisen auf den hohen Zuckerkonsum.
Kommt die Zuckersteuer auf Eis wirklich?
Stand jetzt: Nein, beschlossen ist sie nicht.
Richtig ist aber, dass in Deutschland tatsächlich darüber diskutiert wurde, Slush-Eis und bestimmte flüssig verkaufte Ice-Pops einzubeziehen. Klassisches Speiseeis soll nach dem derzeit bekannten Stand nicht betroffen sein. Auch in Österreich gibt es aktuell nur eine politische Debatte über eine Zuckersteuer – noch keinen Beschluss.
(fd)