79. Filmfestspiele Cannes
Die Eröffnung
(13.05.2026) Mit einer glamourösen Eröffnungsgala haben gestern Abend die 79. Filmfestspiele von Cannes begonnen. Hollywood-Regisseur Peter Jackson wurde dabei mit der Goldenen Ehrenpalme für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der neuseeländische Filmemacher, der mit der „Herr der Ringe“-Trilogie weltberühmt wurde, zeigte sich vorab tief bewegt über die Ehrung.
Die Filmfestspiele in Cannes gelten als eines der wichtigsten Kinoevents der Welt und laufen noch bis zum 23. Mai.
Peter Jackson erhält Ehrenpalme in Cannes
Der 64-jährige Regisseur wurde bei der Eröffnung des Festivals für seine jahrzehntelange Karriere geehrt. Jackson prägte mit Filmen wie:
- „Der Herr der Ringe“
- „Der Hobbit“
- „King Kong“
das moderne Fantasy- und Abenteuerkino wie kaum ein anderer Regisseur. Die Goldene Ehrenpalme zählt zu den höchsten Auszeichnungen des Festivals.
Eröffnungsfilm spielt im Paris der 1920er-Jahre
Als offizieller Eröffnungsfilm lief gestern „La Vénus électrique“ („The Electric Kiss“) des französischen Regisseurs Pierre Salvadori.
Der Film spielt im Paris der späten 1920er-Jahre und verbindet laut ersten Kritiken Drama, Humor und Gesellschaftsporträt. Moderiert wurde die Eröffnung erstmals von der schwarzen französischen Schauspielerin Eye Haïdara.
Österreichische Regisseurin im Wettbewerb
Auch Österreich ist heuer wieder im Wettbewerb vertreten. Die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer tritt mit ihrem Film „Gentle Monster“ gegen insgesamt 21 weitere Produktionen im Rennen um die Goldene Palme an. Außerdem präsentiert die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach mit „Das geträumte Abenteuer“ eine Koproduktion mit österreichischer Beteiligung. Der Film wird am 22. Mai gezeigt und spielt in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Grisebach bezeichnete die Einladung nach Cannes gestern als „großes Geschenk“ für das gesamte Team.
Politische Debatten überschatten erneut Festival
Schon vor dem offiziellen Start wurde in Cannes erneut über Politik und Meinungsfreiheit diskutiert. Hintergrund sind die anhaltenden Debatten rund um den Nahostkonflikt und den Umgang internationaler Filmfestivals mit politischen Statements. Valeska Grisebach erklärte gestern, Filmfestivals und Demokratien müssten politische Diskussionen aushalten können. Kritik an der Berlinale-Führung rund um Debatten zum Gaza-Krieg bezeichnete sie als teilweise „kurzsichtig“. Auch Cannes-Festivaldirektor Thierry Frémaux betonte gestern, politische Meinungen von Künstlern würden zum Festival dazugehören.
Diskussion über Frauenquote bei Cannes
Für zusätzliche Diskussionen sorgten Aussagen von Festivaldirektor Thierry Frémaux zur Frauenquote. Im diesjährigen Hauptwettbewerb stammen nur fünf der 22 Filme von Regisseurinnen. Frémaux erklärte gestern, dass es „unter keinen Umständen“ eine Filmauswahl nach Quote geben dürfe. Gleichzeitig betonte er aber, dass bei gleichwertigen Filmen eher eine Regisseurin berücksichtigt werde. Die Debatte über Gleichberechtigung in der Filmbranche begleitet das Festival bereits seit Jahren.
Große Stars und internationale Produktionen erwartet
Neben den Wettbewerbsfilmen werden in Cannes auch zahlreiche internationale Premieren gezeigt. Erwartet werden in den kommenden Tagen unter anderem:
- Scarlett Johansson
- Adam Driver
- Miles Teller
- Sandra Hüller
- John Travolta
Auch Regiegrößen wie Hirokazu Kore-eda und Cristian Mungiu kämpfen erneut um die Goldene Palme.
Außerhalb des Wettbewerbs präsentiert der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff seinen neuen Film „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“.
Cannes bleibt wichtigstes Filmfestival der Welt
Die Filmfestspiele von Cannes gelten seit Jahrzehnten als bedeutendstes internationales Filmfestival. Jedes Jahr treffen sich dort Stars, Regisseure, Produzenten und Streamingdienste aus aller Welt. Neben den Preisen gilt Cannes auch als wichtiger Treffpunkt für politische Debatten, neue Filmtrends und milliardenschwere Deals der internationalen Filmindustrie.
(fd/apa)