Auftragskiller (13) verhaftet
St.Pauli - Niederlande
(24.09.2026) Ein außergewöhnlicher Kriminalfall beschäftigt die Ermittler in Hamburg: Ein erst 13 Jahre alter Bub aus den Niederlanden soll den Auftrag erhalten haben, einen Menschen in der Hansestadt zu töten. Die Polizei konnte das Kind bereits im Juni auf St. Pauli festnehmen und damit eine mögliche Gewalttat verhindern.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft bestätigte nun den Fall. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gehen die Behörden davon aus, dass der 13-Jährige tatsächlich mit einem Tötungsauftrag nach Hamburg gekommen war. Wer ihn geschickt haben soll, ist bislang nicht bekannt.
Ermittler kennen offenbar das mögliche Opfer
Besonders brisant: Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben bereits Hinweise darauf, gegen wen sich der mutmaßliche Mordauftrag richtete. Weitere Details werden jedoch nicht veröffentlicht, weil die Ermittlungen gegen mögliche Hintermänner noch laufen.
Der 13-Jährige selbst wurde nach seiner Festnahme den niederländischen Behörden übergeben. Die deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Anstiftung zu einem Tötungsdelikt gegen Unbekannt.
Kind ist in Deutschland nicht strafmündig
Eine Besonderheit des Falls ist das Alter des mutmaßlichen Täters. In Deutschland beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Der 13-Jährige kann dort deshalb nicht nach dem Jugendstrafrecht für eine mögliche Tat zur Verantwortung gezogen werden.
Anders ist die Rechtslage in den Niederlanden: Dort können Kinder bereits ab zwölf Jahren strafrechtlich verfolgt werden. Welche Konsequenzen dem Jugendlichen dort konkret drohen könnten, hängt allerdings von den weiteren Ermittlungen und den niederländischen Behörden ab.
Wer gab einem 13-Jährigen einen Mordauftrag?
Im Mittelpunkt der deutschen Ermittlungen stehen deshalb vor allem die möglichen Auftraggeber und Hintermänner. Die entscheidende Frage lautet, wer einen 13-Jährigen angeworben und nach Hamburg geschickt haben könnte, um einen Menschen zu töten.
Die Staatsanwaltschaft hält sich mit Einzelheiten bislang auffallend zurück. Unklar ist etwa, wie der Kontakt zum Kind zustande kam, ob Geld versprochen wurde und wie konkret die Tat bereits vorbereitet war.
Auch über eine mögliche Tatwaffe oder darüber, wie weit die Vorbereitungen bereits fortgeschritten waren, machte die Behörde zunächst keine näheren Angaben.
Ermittlungen gegen unbekannte Hintermänner laufen
Dass der Jugendliche bereits im Juni festgenommen wurde, der Fall aber erst jetzt öffentlich bekannt wird, dürfte mit den umfangreichen Ermittlungen im Hintergrund zusammenhängen. Die Behörden versuchen offenbar, die Personen zu identifizieren, die hinter dem mutmaßlichen Mordauftrag stehen.
Für die Ermittler geht es damit nicht nur um einen verhinderten Angriff, sondern auch um die Frage, ob Minderjährige gezielt von kriminellen Strukturen für schwere Gewalttaten angeworben werden.
Außergewöhnlicher Fall wirft viele Fragen auf
Ein 13-Jähriger, der mutmaßlich in ein anderes Land geschickt wird, um dort einen Menschen zu töten, ist selbst für erfahrene Kriminalermittler ein außergewöhnlicher Fall. Noch ist offen, wer das vorgesehene Opfer war und welches Motiv hinter dem Auftrag steckte.
Fest steht bislang lediglich: Der 13-jährige Niederländer wurde rechtzeitig in Hamburg gestoppt, eine mögliche Tötung fand nicht statt. Nun richtet sich der Fokus der Ermittlungen auf jene Personen, die das Kind überhaupt erst mit einem solchen Auftrag betraut haben sollen.
(fd/apa)