Müssen Japanerinnen hungern?
Shushi Engpass nach IT Angriff
(15.07.2026) Ein Cyberangriff auf den japanischen Lebensmittelkonzern Nichirei sorgt derzeit für Aufsehen. Das Unternehmen zählt zu den größten Herstellern von Tiefkühlprodukten in Japan und beliefert Restaurants, Supermärkte, Fast-Food-Ketten und Großküchen im ganzen Land. Nach dem Angriff kommt es zu Lieferverzögerungen – betroffen sind unter anderem die bekannte Sushikette Kura Sushi und KFC Japan.
Was ist passiert?
Nichirei teilte mit, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein. Der Angriff beeinträchtigt die IT-Systeme des Unternehmens sowie den Betrieb mehrerer Tochtergesellschaften. Dadurch können Bestellungen teilweise nicht wie geplant ausgeliefert werden.
Um welche Art von Cyberangriff es sich genau handelt, hat das Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben. Die Systeme werden derzeit überprüft und schrittweise wiederhergestellt.
Welche Auswirkungen hat der Angriff?
Die Folgen sind bereits in mehreren Bereichen spürbar:
- Lieferverzögerungen bei der Sushikette Kura Sushi mit rund 700 Filialen.
- KFC Japan warnt, dass einzelne Produkte vorübergehend nicht verfügbar sein könnten oder Filialen zeitweise schließen müssen.
- Auch Supermärkte, Konditoreien und Seniorenheime berichten laut japanischen Medien über Lieferprobleme.
Von einem landesweiten Sushi- oder Fast-Food-Engpass kann derzeit jedoch keine Rede sein.
Warum ist Nichirei so wichtig?
Nichirei gehört zu den größten Lebensmittelunternehmen Japans. Der Konzern produziert unter anderem:
- Tiefkühlgerichte
- Fleisch- und Fischprodukte
- Zutaten für Restaurants
- Desserts
- Lebensmittel für Großküchen
Zusätzlich betreibt das Unternehmen eines der wichtigsten Kühllogistik-Netzwerke des Landes. Fällt dieses teilweise aus, kann das die gesamte Lieferkette beeinträchtigen.
Betrieb soll bald wieder anlaufen
Nach Angaben des Unternehmens sollen die IT-Systeme schrittweise wiederhergestellt werden. Bereits ab Freitag wird mit einer langsamen Normalisierung der Lieferungen gerechnet. Wie groß der wirtschaftliche Schaden ist und wer hinter dem Cyberangriff steckt, ist derzeit noch unklar.
Ransomware-Angriffe nehmen zu
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Cyberangriffen auf große japanische Unternehmen ein. Erst im vergangenen Jahr wurde der Braukonzern Asahi Opfer eines Angriffs, wodurch unter anderem die Veröffentlichung von Geschäftszahlen verschoben werden musste. Zuvor hatte auch die Handelskette Muji nach einem Ransomware-Angriff auf einen Logistikpartner ihren Online-Verkauf zeitweise ausgesetzt.
Bei sogenannten Ransomware-Angriffen verschlüsseln Kriminelle Unternehmensdaten und verlangen Lösegeld für die Freigabe der Systeme. Solche Attacken treffen immer häufiger Unternehmen aus der Lebensmittel- und Logistikbranche, weil schon kurze Ausfälle große Auswirkungen auf die Versorgung haben können.
(fd/apa)