Der neue "Luce"

Das Ende vom Ferrari Mythos?

(26.05.2026) Ferrari elektrisiert derzeit nicht nur Autofans, sondern auch die Finanzmärkte: Mit dem neuen Modell „Luce“ hat der italienische Luxus-Sportwagenhersteller erstmals ein vollelektrisches Auto präsentiert – und damit eine hitzige Debatte ausgelöst. Während Ferrari den Wagen als „Auto der Zukunft“ feiert, sprechen Kritiker bereits von einer möglichen „Zerstörung eines Mythos“.

Ferrari wagt historischen Schritt

Mit dem „Luce“ geht Ferrari einen radikalen Strategiewechsel ein:

  • Es ist das erste vollelektrische Auto der Firmengeschichte.
  • Gleichzeitig handelt es sich um den ersten viertürigen Ferrari mit fünf Sitzen.
  • Dazu kommt ein 600-Liter-Kofferraum – für Ferrari-Verhältnisse fast revolutionär.

Der Preis:

  • rund 550.000 Euro.

Die ersten Auslieferungen sollen bereits im vierten Quartal 2026 starten.

Börse reagiert schockiert

An den Finanzmärkten kam die Präsentation zunächst schlecht an:

  • Die Ferrari-Aktie verlor an der Mailänder Börse mehr als sieben Prozent
  • und fiel auf rund 287 Euro.

Analysten sehen darin vor allem die Unsicherheit vieler Anleger:
Kann Ferrari seine exklusive Markenidentität auch ohne legendären Verbrenner-Sound bewahren?

Ex-Ferrari-Boss warnt vor „Zerstörung eines Mythos“

Besonders scharf kritisierte Ex-Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo den neuen Elektro-Ferrari.

Der langjährige Konzernchef warnte offen vor Imageschäden und sprach von der Gefahr einer:
„Zerstörung eines Mythos“.

Besonders emotional:
Montezemolo hofft laut italienischen Medien sogar, dass Ferraris berühmtes Pferde-Logo – das „Cavallino Rampante“ – nicht auf dem neuen Modell verwendet werde.

Die Aussagen sorgen in Italien derzeit für massive Diskussionen unter Ferrari-Fans.

Politik mischt sich ein

Sogar die italienische Politik diskutiert inzwischen über den Elektro-Ferrari.

Der frühere Industrieminister Carlo Calenda bezeichnete den „Luce“ als:
„ästhetische und technologische Beleidigung“.

Er attackierte dabei auch Ferrari-Chef John Elkann scharf und warf ihm vor, italienische Industrie-Traditionen zu zerstören.

Warum Ferrari trotzdem auf Elektro setzt

Trotz der Kritik hält Ferrari am Elektro-Kurs fest. Gründe dafür gibt es mehrere:

  • strengere Klimavorgaben weltweit,
  • wachsende Elektro-Märkte,
  • und neue Zielgruppen.

Vor allem in China sieht Ferrari große Chancen:
Dort werden große Verbrenner-Fahrzeuge massiv besteuert, Elektroautos dagegen gefördert.

Mit dem „Luce“ will Ferrari daher:

  • wohlhabende Familien,
  • technikaffine Kunden
  • und jüngere Luxus-Käufer ansprechen.

Apple-Designer entwickelte mit

Für die Entwicklung des Wagens holte Ferrari prominente Unterstützung:

  • Ex-Apple-Designer Jony Ive
  • und Designer Marc Newson
    arbeiteten am Projekt mit.

Ferrari-Chef John Elkann bezeichnete den „Luce“ als:
„mutigen Schritt in die Zukunft“.

Das Modell solle zeigen, dass Ferrari weiterhin bereit sei, „die Grenzen des Möglichen neu zu definieren“.

Luxusauto-Branche unter Druck

Ferrari ist mit dem Schritt nicht allein. Die gesamte Luxusauto-Branche ringt derzeit mit der Frage:
Wie viel Elektro verträgt eine Traditionsmarke?

Porsche, Lamborghini und Maserati hatten zuletzt Teile ihrer Elektropläne wieder zurückgefahren, weil die Nachfrage schwächer als erwartet ausfiel.

Ferrari geht nun bewusst einen anderen Weg – und nimmt dafür offenbar auch heftige Kritik in Kauf.

Ferrari-Fans gespalten

Im Netz wird der neue „Luce“ bereits heftig diskutiert:

  • Manche feiern Ferrari für den mutigen Schritt,
  • andere vermissen den legendären Motorsound und die klassische DNA der Marke.

Ob Ferrari mit dem Elektroauto tatsächlich einen neuen Luxus-Trend setzt – oder Fans vergrault – dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

(fd)

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